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Gesundheit

Sind Kliniken schlampig bei der Hygiene?

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Wie steht es um die Hygiene in Krankenhäusern

Mehr als jedes vierte Krankenhaus in Deutschland hat 2014 einer Studie zufolge Hygieneempfehlungen nicht erfüllt.

So melden es das ARD-Magazin "plusminus" und das Recherche-Portal "Correctiv". Das behaupten jedenfalls das ARD-Magazin "Plusminus" und das Recherchenetzwerk Correctiv.

Den Angaben zufolge ist Bremen das Schlusslicht, dort werden die Vorgaben in 43 Prozent aller Kliniken nicht erfüllt. Tatsächlich ist die Hygiene in Krankenhäusern seit langem ein wunder Punkt.

Jena. Beruhigend: Das Jenaer Universitätsklinikum erfüllt die Hygienevorschriften für Krankenhäuser. Die Journalisten werteten hierfür die jährlichen Krankenhausqualitätsberichte und Daten des BKK Landesverbandes Nordwest aus.

Das Sozialministerium Sachsen-Anhalt hatte 2010 gemeinsam mit weiteren Akteuren im Gesundheitswesen das Netzwerk "Krankenhaus-Hygiene" gegründet. Die besten Ergebnisse liefert Hamburg, wo nur zehn Prozent die Hygienevorschriften nicht einhalten. Details hierzu finden Sie in unseren zwei interaktiven Karten. Dirk Janssen, Vizechef des BKK-Landesverbands Nordwest, hält die Ergebnisse für alarmierend. Wenn sich nichts ändere, "kostet das jedes Jahr tausenden Patienten das Leben", sagt er laut WDR.

Wie es in der Mitteilung heißt, schiebt das Bundesgesundheitsministerium die Verantwortung den Bundesländern und den einzelnen Kliniken zu.

Deutschlandweit infizieren sich jedes Jahr etwa 800.000 Patienten in Krankenhäusern mit gefährlichen und zum Teil multiresistenten Keimen. Mit dem Infektionsschutzgesetz von 2011 sollten bis Ende 2016 eigentlich verbindliche Regelungen für ausreichend Hygienepersonal geschaffen werden. Nach offiziellen Schätzungen sterben hierzulande jährlich bis zu 15.000 Menschen an Infektionen, die sie sich erst im Krankenhaus zugezogen haben.

Laut dem Ministerium wurde das Erreichen des Ziels "auf Bitten der Länder zwischenzeitlich bis Ende 2019 verlängert". Zum Vergleich: Die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland liegt bei 3.500 Menschen pro Jahr. Das Klinikum Neumarkt mit 457 Betten beschäftigt laut der Auswertung zwar hygienebeauftragte Pfleger, Ärzte und Fachkräfte, verzichtet aber auf einen hauptamtlichen Krankenhaushygieniker und lässt sich nur extern beraten.

"Die Krankenhäuser haben die Initiative ausgesessen", kritisiert dem Bericht zufolge Walter Popp, Vizepräsident der deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene. Bei Kliniken mit weniger als 400 Betten ist kein Krankenhaushygieniker vorgeschrieben.

2012 schreckte ein Hygieneskandal Bremen auf: Im Klinikum Bremen-Mitte waren mehrere Frühchen kurz nach der Geburt gestorben. Die Frauenklinik und die Frühchenstation mussten daraufhin schließen.

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