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Ärzte in Bern trennen siamesische Winzlinge

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Den beiden Mädchen gehe es soweit gut sagte Steffen Berger Chefarzt für Kinderchirurgie

Das Inselspital hat in Kooperation mit dem Universitätsspital Genf erfolgreich frühgeborene Siamesische Zwillinge getrennt.

Die Kinderchirurgen betraten am 10. Dezember "medizinisches Neuland", wie die beiden Universitätsspitäler am Sonntag berichteten. Sie trennten in einer fünfstündigen Operation erfolgreich Siamesische Zwillinge.

Die Winzlinge wogen zusammen nur 2200 Gramm, sie hatten auf einem A4-Blatt Platz, ihre Herzen waren vier Zentimeter gross.

Ärzte und Eltern hatten sich zu dem ungewöhnlich frühen Eingriff entschlossen, weil beide Babys massive Probleme entwickelten. Weil durch die Leber viel Blut vom einen zum anderen Kind floss, hatte ein Mädchen einen Überschuss und viel zu hohen Blutdruck, während das andere ein Defizit bei zu niedrigem Blutdruck aufwies.

In der Schweiz gab es in den letzten 30 Jahren nur drei Mal siamesische Zwillinge, die auf die Welt kamen und nach der Trennung überlebten.

Die beiden Mädchen waren an der Leber zusammengewachsen und zusätzlich an Herzbeutel und Brustkorb verbunden.

Steffen Berger, Chefarzt für Kinderchirurgie, über den komplexen Eingriff am Inselspital: "Bereits die Vorbereitung und Betreuung der Geburt durch die Kollegen der Geburtshilfe und Neonatologie war herausfordernd". Daher wurde ein erfahrenes Genfer Kinder-Leberchirurgie-Team eingebunden. Auch ein Kinderherzchirurg war beteiligt.

"Die perfekte Teamarbeit der Ärzte und Pflegenden waren der Schlüssel zum Erfolg", erklärte Chefarzt Berger. "Wir sind sehr froh, dass es den Kindern und Eltern jetzt so gut geht".

Die Familie stammt aus der Region Basel. "Wir sind sehr glücklich", zitiert die "SonntagsZeitung" den Vater der Kinder. "Aber es war nicht einfach. Wir haben darüber diskutiert, die Schwangerschaft bei den zwei verbundenen Mädchen nicht weiterzuführen und nur das dritte Kind zu behalten".

Diese Möglichkeit hatte man am Inselspital nicht, da sich der der Zustand der Zwillinge deutlich verschlechterte. Wir haben kein Recht, sie zu töten.

Was die Zukunft bringe, sei offen. "Die anschliessende Stabilisierung der Kinder auf der Kinderintensivstation und eine MRI-Untersuchung durch die pädiatrische Bildgebung mit speziell angepassten Techniken waren die Voraussetzung, um den Eingriff bei so kleinen Kindern wagen zu können". "Wir werden sie immer lieben und so akzeptieren, wie sie sind".

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