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Konflikte: Syrische Opposition wirf UN-Vermittler Parteilichkeit vor

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Die Verhandlungen in Genf. Bild SN  APA  AFP  FABRICE COFFRINI

Die wichtigste syrische Oppositionsgruppe HNC hat ihre Teilnahme an den Friedensverhandlungen für das Bürgerkriegsland doch noch zugesagt. Die Unterredung des italienisch-schwedischen Diplomaten mit der vom syrischen UN-Botschafter Baschar al-Dschaafari geleiteten Abordnung markiert den Beginn der Verhandlungen über eine politische Lösung für den seit fast fünf Jahren anhaltenden Gewaltkonflikt in Syrien.

Die Nationale Syrische Koalition mit Sitz in Istanbul gehört zu dem Verhandlungskomitee in Riad, einem Zusammenschluss verschiedener Regimegegner. Der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura hatte am Freitag erste Gespräche mit Vertretern der Regierungsdelegation aufgenommen. UN-Sondervermittler Staffan de Mistura habe früher gesagt, dass eine erste Runde eine Woche dauern könnte.

Das in Riad ansässige Hohe Verhandlungskomitee der Opposition hat jedoch bislang nicht entschieden, ob es nach Genf reisen wird. Das Komitee erklärte, die Entscheidung sei gefallen, nachdem es zuvor Garantien der USA und Saudi-Arabiens gegeben habe.

Die Gespräche in Genf sollen indirekt geführt werden - das heißt, die beiden Delegationen befinden sich in getrennten Sälen, und Vermittler pendeln zwischen ihnen hin und her. Die letzten Syrien-Gespräche waren im Februar 2014 ergebnislos zu Ende gegangen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sieht in den Genfer Verhandlungen ein ermutigendes Signal. "Darauf haben Millionen von Syrern lange gewartet", sagte er der "Welt am Sonntag".

Die Verhandlungen in Genf. Bild SN  APA  AFP  FABRICE COFFRINI
Die Verhandlungen in Genf. Bild SN APA AFP FABRICE COFFRINI

Die Opposition habe wichtige humanitäre Fragen angesprochen.

Unterstützt werden die Regimegegner vom Westen, aber auch von der Türkei und Saudi-Arabien.

Gatilow erteilte Forderungen eine Absage, eine Verbesserung der humanitären Lage in Syrien zur Vorbedingung zu Verhandlungen zu machen. Der in Wien vereinbarte Fahrplan der internationalen Gemeinschaft sieht vor, dass in Genf eine Übergangsregierung gebildet und eine Verfassung ausgearbeitet wird.

In der vom Regime belagerten syrischen Stadt Madaja sterben unterdessen weiter Menschen an Mangelernährung. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) berichtete, weitere Menschen seien dem Hungertod nahe und benötigten dringend Hilfe. "Sie sind berechtigt, an den Gesprächen über das Schicksal des Landes teilzunehmen", sagte Russlands UN-Vertreter Alexej Borodawkin am Samstag der Agentur Interfax zufolge in Genf.

Seit Ausbruch des Bürgerkriegs 2011 sind mehr als 250 000 Menschen ums Leben gekommen.

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